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Warten auf den richtigen Partner: Warte ich auf jemanden oder auf mein Leben?

13. Juni
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Juni



Vielleicht kennst du diesen Gedanken:

„Wenn ich einmal jemanden gefunden habe, dann …“

… mache ich diese Reise.

… ziehe ich um.

… kaufe ich die Wohnung, die mir wirklich gefällt.

… fühle ich mich angekommen.

 

Die meisten Menschen würden vermutlich nicht bewusst sagen, dass sie auf ihr Leben warten. Und doch begegnet mir genau dieser Gedanke immer wieder in Gesprächen mit Frauen, die ihr Leben eigentlich aktiv gestalten und dennoch das Gefühl haben, dass etwas noch nicht ganz begonnen hat. Viele Frauen kennen das Gefühl, dass sie unbewusst warten auf den richtigen Partner, bevor sie ihr Leben vollständig leben.

Dabei geht es oft gar nicht nur um den Wunsch nach einer Partnerschaft. Vielmehr scheint sich dahinter die Vorstellung zu verbergen, dass das Leben irgendwann vollständiger, leichter oder richtiger sein wird als heute.


Der gesellschaftliche Druck im Hintergrund 

Wir wachsen in einer Gesellschaft auf, in der Partnerschaft häufig als selbstverständlicher Bestandteil eines erfüllten Lebens dargestellt wird. In Filmen, Büchern und vielen gesellschaftlichen Bildern endet die Geschichte oft genau dort: Zwei Menschen finden zueinander und alles scheint sich zu fügen.

Auch wenn wir diese Vorstellungen längst hinterfragt haben, wirken sie oft unbewusst weiter. Sie zeigen sich in Fragen wie „Hast du schon jemanden kennengelernt?“ oder in dem Gefühl, mit dem eigenen Leben noch nicht ganz dort angekommen zu sein, wo man eigentlich sein sollte.

 

Besonders Frauen, die schon länger Single sind, kennen diesen Zwiespalt häufig sehr gut. Einerseits wissen sie, dass ihr Leben viele erfüllende Aspekte enthält. Sie haben Freundschaften, Interessen, berufliche Ziele und gestalten ihren Alltag selbstbestimmt. Andererseits gibt es Momente, in denen sich die Frage einschleicht, ob etwas Wesentliches fehlt.


Die innere Warteschleife erkennen

Nicht selten entsteht daraus eine Art innere Warteschleife. Sie zeigt sich nicht unbedingt in großen Entscheidungen, sondern vielmehr in den kleinen Dingen des Alltags. Vielleicht verschiebst du eine Reise, weil du sie lieber mit einem Partner erleben würdest. Vielleicht hältst du mit bestimmten Zukunftsplänen noch zurück oder wartest darauf, dass sich erst die „richtigen Umstände“ ergeben.

Das Problem ist dabei nicht der Wunsch nach einer Partnerschaft. Nähe, Verbundenheit und Intimität gehören zu unseren menschlichen Grundbedürfnissen. Viele Single-Frauen wünschen sich eine liebevolle Beziehung, und daran ist nichts falsch.

 

Die spannendere Frage lautet vielmehr:

Kann ich mir erlauben, mein Leben trotzdem vollständig zu leben?

Kann ich einen Herzenswunsch haben, ohne mein Glück davon abhängig zu machen?

Kann ich Sehnsucht empfinden und gleichzeitig im Hier und Jetzt ankommen?

 

Diese Fragen sind oft herausfordernder, als sie auf den ersten Blick wirken. Denn sie laden dazu ein, den Blick von einer erhofften Zukunft zurück in die Gegenwart zu lenken.

Vielleicht liegt eine der größten Herausforderungen des Single-Seins nicht darin, allein zu sein, sondern darin, das eigene Leben nicht als Vorstufe zu betrachten.

Denn sobald wir beginnen, unser Glück an einen zukünftigen Zustand zu knüpfen, entsteht leicht das Gefühl, dass das eigentliche Leben erst später beginnt. Dabei findet es längst statt. Nämlich in den Begegnungen, die wir heute erleben, in den Entscheidungen, die wir treffen, und in den Erfahrungen, die wir sammeln.

 

Das bedeutet nicht, den Wunsch nach einer Partnerschaft loszulassen. Es bedeutet vielmehr, ihm einen Platz zu geben, ohne dass er den gesamten Raum einnimmt.

 

Wie du dein Leben jetzt leben kannst

Vielleicht gibt es etwas in deinem Leben, das du schon länger auf später verschiebst. Einen Wunsch, einen Traum oder eine Entscheidung, die du erst dann umsetzen möchtest, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

 

Vielleicht lohnt es sich, dieser Frage einmal ehrlich nachzugehen.

Nicht, um Druck zu erzeugen oder sofort etwas verändern zu müssen. Sondern um neugierig zu werden.

 

Denn manchmal beginnt ein neuer Blick auf das eigene Leben genau dort, wo wir erkennen, dass wir nicht auf das Leben warten müssen.

 

Weil wir längst mittendrin sind.


„Welche Entscheidung würdest du treffen, wenn du nicht warten würdest?“

Wenn du das Gefühl kennst, in einer inneren Warteschleife festzustecken, begleite ich dich gern ein Stück auf deinem Weg.


 
 
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