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Eine Partnerschaft wünschen: Nehme ich mir die Chance darauf, wenn ich mein Leben als Single genieße?

24. Juli
4 Min. Lesezeit

Viele Single-Frauen, die sich eine Partnerschaft wünschen, erleben irgendwann einen inneren Konflikt, über den kaum gesprochen wird. Je bewusster sie beginnen, ihr Leben zu gestalten und sich selbst wieder näherzukommen, desto häufiger taucht eine Frage auf, die sie verunsichert:

„Wenn ich anfange, mein Leben ohne Partner zu genießen, nehme ich mir dann die Chance auf eine Partnerschaft?“

Oder anders gesagt:

„Verrate ich meinen Wunsch nach einer Partnerschaft, wenn ich aufhöre, auf sie zu warten?“

 

Es gibt Tage, an denen das Leben leicht ist und du dich gut mit dir selbst verbunden fühlst. Du gehst deinen Interessen nach, verabredest dich mit Freundinnen, schmiedest Pläne und genießt dein Leben, wie es ist. Und dann reicht manchmal ein einziger Moment, ein Abend allein auf der Couch oder der Anblick eines verliebten Paares, damit sich die Sehnsucht wieder meldet und alles andere für einen Augenblick in den Hintergrund rückt.

Genau in diesen Momenten entsteht bei vielen Frauen ein Zwiespalt. Einerseits möchten sie ihr Leben nicht länger als Übergang betrachten. Sie möchten ankommen, sich selbst wieder näherkommen und spüren, dass ihr Leben auch ohne Partner wertvoll ist. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach einer liebevollen Partnerschaft bestehen.

 

Manchmal entsteht daraus die Sorge, mehr Zufriedenheit könnte bedeuten, dass die Sehnsucht weniger wichtig wird. Als müsste man sich zwischen dem Wunsch nach Partnerschaft und dem Versuch entscheiden, im eigenen Leben wirklich anzukommen.

Ich glaube nicht, dass diese Entscheidung notwendig ist.

 

Warum sich Lebensfreude und der Wunsch nach einer Partnerschaft nicht ausschließen

Der Wunsch nach Nähe und Verbundenheit gehört zu unseren menschlichen Grundbedürfnissen. Er macht uns nicht schwach und auch nicht abhängig. Er erinnert uns daran, dass wir Beziehung suchen, zu anderen Menschen und ebenso zu uns selbst.

Sich selbst Halt zu geben bedeutet deshalb nicht, diesen Wunsch loszuwerden. Es bedeutet vielmehr, ihm einen Platz in deinem Leben zu geben, ohne dass er über dein gesamtes Wohlbefinden entscheidet.

Vielleicht liegt genau darin der Unterschied zwischen Sehnsucht und innerem Halt.

Die Sehnsucht darf bleiben. Sie muss nicht bekämpft werden. Doch sie muss auch nicht jedes Mal die Richtung vorgeben, in die sich dein gesamtes Leben bewegt.

 

Innere Ruhe entsteht nicht erst mit einer Partnerschaft

Viele Frauen verbinden das Gefühl, endlich anzukommen, unbewusst mit einer zukünftigen Partnerschaft. Sie stellen sich vor, dass sich mit dem richtigen Menschen vieles von selbst ordnen wird und die ständigen Fragen endlich verstummen.

Natürlich kann eine liebevolle Partnerschaft Geborgenheit schenken. Gleichzeitig erleben wir immer wieder Menschen, die in einer Partnerschaft leben und dennoch innerlich keine Ruhe finden. Das zeigt, dass Stabilität nicht ausschließlich von den äußeren Umständen abhängt.

Innere Ruhe entsteht häufig dort, wo wir beginnen, uns selbst auch in schwierigen Momenten zu begleiten. Nicht indem wir unsere Gefühle klein reden oder uns einreden, dass wir eigentlich gar keine Partnerschaft brauchen sollten. Sondern indem wir lernen, mit uns selbst in Kontakt zu bleiben, wenn Unsicherheit, Sehnsucht oder Enttäuschung auftauchen.

Es gibt Momente, in denen dieselbe Sehnsucht auftaucht w

ie früher, sie dich aber nicht mehr völlig aus der Bahn wirft. Nicht weil sie verschwunden wäre, sondern weil etwas in dir ruhiger geworden ist. Weil du dich nicht mehr ausschließlich über das definierst, was deinem Leben gerade noch fehlt, sondern zunehmend auch über das, was bereits da ist.

 

Was sich mit der Zeit verändern kann

Innerer Halt zeigt sich selten in spektakulären Veränderungen, viel häufiger entwickelt er sich unbemerkt. Vielleicht bemerkst du irgendwann, dass du eine Reise buchst, obwohl niemand mitkommt. Vielleicht freust du dich über das Glück einer Freundin und spürst gleichzeitig deine eigene Sehnsucht, ohne dass beides miteinander konkurrieren muss. Vielleicht gibt es Abende, an denen du traurig bist und trotzdem weißt, dass diese Traurigkeit wieder vorübergehen wird.

Es sind oft diese kleinen Erfahrungen, die zeigen, dass sich etwas verändert. Nicht, weil du weniger fühlst, sondern weil du dich selbst in deinen Gefühlen besser begleiten kannst.

Für mich bedeutet „sich selbst Halt zu geben“ nicht, immer stark zu sein oder alles alleine schaffen zu müssen. Es bedeutet vielmehr, die Gewissheit zu entwickeln, dass du auch dann mit dir verbunden bleiben kannst, wenn das Leben gerade nicht so verläuft, wie du es dir wünschst.

 

Zwischen Sehnsucht und Selbstverbundenheit

Es scheint manchmal so, als müssten wir uns entscheiden. Entweder wir wünschen uns eine Partnerschaft oder wir lernen, mit uns selbst glücklich zu sein. Ich glaube nicht, dass diese Entscheidung notwendig ist.

Du darfst dir eine liebevolle Partnerschaft von Herzen wünschen und gleichzeitig beginnen, dein Leben heute bewusst zu gestalten. Du darfst traurig sein, wenn sich dieser Wunsch meldet, und dennoch erleben, dass dein Leben viele erfüllende Momente bereithält. Und du darfst darauf vertrauen, dass sich Selbstverbundenheit und Sehnsucht nicht gegenseitig ausschließen.

 

Vielleicht besteht innerer Halt genau darin, dass beides gleichzeitig da sein darf.

Die Hoffnung auf das, was kommen darf, und die Verbundenheit mit dem Leben, das heute schon da ist. Denn „sich selbst Halt zu geben“ bedeutet nicht, den Wunsch nach einer Partnerschaft aufzugeben. Es bedeutet, dich selbst auf diesem Weg nicht aus den Augen zu verlieren.


Welche Entscheidung würdest du heute treffen, wenn du wüsstest, dass du dein Leben genießen darfst, ohne damit deinen Wunsch nach einer Partnerschaft aufzugeben?

 

Wenn du das Gefühl kennst, zwischen Sehnsucht und Lebensfreude hin- und hergerissen zu sein, begleite ich dich gern dabei, deinen eigenen Weg zu finden. Einen Weg, auf dem beides gleichzeitig Platz haben darf.

 
 
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